Busbegleitung


Busbegleiter fahren in den Schulbussen mit und tragen zu einem sicheren und konfliktfreien Ablauf der Schülerbeförderung bei. Ist der Schienenverkehr einbezogen, spricht man auch von ÖPNV-Begleitung. Anlass für die Einrichtung einer Busbegleitung ist häufig der unbefriedigende Ist-Zustand: Schüler und Eltern klagen über disziplinloses Verhalten, Pöbeleien und Streitigkeiten in den Fahrzeugen, Busunternehmer verzeichnen Akte der Verschmutzung und Beschädigung. Vor diesem Hintergrund ist der Ruf nach einer „Aufsicht“ naheliegend, denn diese Aufsichtsfunktion kann durch die Busfahrer allein nicht wahrgenommen werden.

In einigen Projekten werden Eltern als Busbegleiter eingesetzt, anderenorts greift man auf ehrenamtlich tätige Senioren zurück. Aber auch Schülerinnen und Schüler sind als Begleiter tätig. Zwar verfügen diese auf den ersten Blick vielleicht nicht über die Durchsetzungsfähigkeit, die man eher Erwachsenen zutraut. Gerade dass sie keine Erwachsenen sind, erweist sich jedoch als Vorteil. Heranwachsende lassen sich manchmal eher von Gleichaltrigen beeinflussen als von Erwachsenen, zu denen sie oft in Opposition stehen. Die Busbegleitung durch Schüler gibt die Verantwortung für den sicheren und konfliktfreien Ablauf an die Betroffenen zurück. Insofern ist Busbegleitung durch Schüler nicht nur durch ihr Resultat wertvoll, sondern auch auf dem Weg, durch den dies erreicht wird.

Von Fall zu Fall werden die Aufgaben der Begleiter unterschiedlich definiert. Bei einigen Projekten beschränkt sich ihre Tätigkeit darauf, durch eine Kennzeichnung (Namensschilder oder Armbinden, Westen, Mützen, Regenjacken) sichtbar „da zu sein“, also durch Präsenz zu wirken. Darüber hinaus können sie über Schüler, die sich auffällig oder störend verhalten, Meldung erstatten – entweder an den Vertrauenslehrer oder die Schulleitung. Diese ergreifen daraufhin geeignete Maßnahmen. In anderen Projekten schließt die Tätigkeit der Begleiter auch aktives Eingreifen mit ein. Dies setzt voraus, dass die Begleiter bereit und in der Lage sind, bei Konflikten oder Störungen aktiv auf die Beteiligten zuzugehen und auf diese einzuwirken.

Für die Tätigkeit der Busbegleiter ist eine Ausbildung erforderlich. Wenn die Busbegleiter in erster Linie durch Präsenz wirken sollen, reicht eine kurze Einweisung aus. Wenn das Projekt ein aktives Eingreifen der Begleiter vorsieht, muss die Ausbildung umfangreicher sein. Die Begleiter müssen wissen, wie sie in den jeweiligen Situationen agieren können, welche Maßnahmen zum Selbstschutz unerlässlich sind und wo die Grenzen ihres Eingreifens liegen. Schlüsselqualifikation ist hierbei die Kommunikationsfähigkeit. Die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten werden zumeist in einem Wechsel aus Information, Gespräch und Rollenspielen vermittelt. Dabei bringen die angehenden Begleiter ihre Erfahrungen aus erlebten Konfliktsituationen ein. Die Ausbildung erfolgt durch entsprechend geschulte Personen, zum Beispiel Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen, der Polizei, Mitarbeiter von Bildungsträgern oder externe Trainer. Regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter den Begleitern sowie Weiterbildungsmaßnahmen dienen der Teambildung.