Busschulen


Eine häufig anzutreffende Form eines Schulbusprojektes ist die so genannte Busschule. Ziel eines solchen Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler für die Gefahren bei der Schulbusnutzung zu sensibilisieren und ihnen richtige Verhaltensweisen zu vermitteln (vgl. „Wozu Busprojekte?“). Busschulen stellen zumeist einen Praxisbezug her, indem der Bus als Anschauungs- und Trainingsgegenstand mit einbezogen wird. Die Vor- und Nachbereitung kann im Klassenraum erfolgen.

Bei der Vorgehensweise gibt es verschiedene Möglichkeiten. Meistens kommt der Bus mit dem entsprechenden Personal zur Schule. Das hat mehrere Vorteile: Die Schüler können auf dem Schulgelände bleiben und müssen nicht „transportiert“ werden. Organisations- und Aufsichtsaufgaben durch die Schule sind auf ein Minimum reduziert. An der Schulbushaltestelle können praktische Übungseinheiten durchgeführt werden. Auf einer gemeinsamen Rundfahrt werden weitere Inhalte vermittelt und kann richtiges Verhalten im Bus geübt werden. Bei manchen Busschulen wird das Training verbunden mit einem Besuch beim Busunternehmen: Die Schüler werden an der Schule abgeholt und fahren zum Betriebsgelände des Unternehmens, wo weitere Kursteile stattfinden. Der gemeinsame „Ausflug“ verstärkt den Charakter des Besonderen und kann für eine erhöhte Aufmerksamkeit der Schüler sorgen. Es können verschiedene Fahrzeuge angesehen werden und die Schüler erhalten einen Einblick in die Abläufe im Omnibusunternehmen.

Als Ausbilder fungieren bei den Projekten zumeist entsprechend qualifizierte Busfahrer(innen) oder speziell für diesen Bereich ausgebildete Mitarbeiter(innen) der Busunternehmen, manchmal auch gemeinsam. Hier und da kommen Polizeibeamte zum Einsatz, die häufig auch als Verkehrssicherheitsberater tätig sind und mit verschiedenen Bereichen der Verkehrsunfallprävention vertraut sind. Auch Mitarbeiter der Verkehrswachten und anderer Verkehrssicherheitsorganisationen übernehmen bei Busschulen Aufgaben.

Das Themenspektrum, das in Busschulen behandelt wird, beinhaltet zumeist folgende Punkte:
- Der Weg zur Haltestelle
- Verhalten an der Haltestelle und bei der Annäherung des Busses
- Öffnen der Türen/ Einsteigen
- Verhalten im Bus
- Aussteigen
- Ausstattung und Noteinrichtungen des Busses

In praktischen Übungen und Vorführungen werden die Inhalte verdeutlicht: Wie lange dauert beispielsweise das Einsteigen, wenn alle drängeln, und wie lange dauert es, wenn alle der Reihe nach einsteigen? Wo halte ich mich fest, wo verstaue ich mein Gepäck? Warum schwenkt der Bus beim Anfahren der Haltestelle manchmal über den Gehweg oder die Wartefläche? Wie wirkt sich eine scharfe Bremsung auf stehende Fahrgäste aus? Wie groß ist der „tote Winkel“ den der Fahrer nicht übersehen kann?

Bei vielen Busschulen wird spezielles Unterrichtsmaterial eingesetzt, das auf die Vorgehensweise und die jeweiligen Bedingungen abgestimmt ist. Oft beinhaltet dies auch Informationsblätter für die Schüler und ihre Eltern. Bei manchen Busschulen wird auch das Lesen eines Fahrplans sowie das Vandalismus-Problem angesprochen.