Sichere Fahrzeuge

Sichere Fahrzeuge sind eine Grundvoraussetzung für die sichere Schülerbeförderung. Die bei der Schülerbeförderung eingesetzten Fahrzeuge werden in Deutschland regelmäßig technischen Überprüfungen unterzogen. Die Hauptuntersuchung findet bei diesen Fahrzeugen alle zwölf Monate statt. Bei Omnibussen und anderen Fahrzeugen mit mehr als acht Fahrgastplätzen kommt eine so genannte Sicherheitsprüfung hinzu, die je nach Alter des Fahrzeugs alle sechs bzw. drei Monate durchzuführen ist.

Das Bundesverkehrsministerium hat einen Anforderungskatalog für Kraftomnibusse und Kleinbusse erstellt, die zur Beförderung von Schülern eingesetzt werden. Dieser Anforderungskatalog wurde erstmals im Jahr 1985 veröffentlicht, die derzeit aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2005. Für Kraftomnibusse, die vor dem 13.2.2005 erstmals in den Verkehr gekommen sind, gelten teilweise noch die Anforderungen der Fassung von 1996. Der Anforderungskatalog enthält beispielsweise Aussagen zur Kennzeichnung von Schulbussen, zur Ausstattung der Fahrzeuge mit speziellen Spiegeln, zur Gestaltung der Ein- und Ausstiege bzw. Notausstiege sowie der Anzahl der auf Steh- und Sitzplätzen zu befördernden Kinder.

Um sicherzustellen, dass für die Kinder geeignete und moderne Fahrzeug und ausreichend geschultes Personal eingesetzt wird, ist eine entsprechende Gestaltung der Ausschreibungen sowie der Verträge mit den Beförderungsunternehmen wichtig. In den Verträgen soll ausdrücklich festgehalten werden, dass die eingesetzten Fahrzeuge dem Anforderungskatalog des Bundesverkehrsministeriums entsprechen und die Schulbusfahrer über die Besonderheiten der Schülerbeförderung unterwiesen werden (vgl. „Schulbusverträge“).

Im Hinblick auf die Fahrzeugsicherheit sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass:

Beim bundesweiten Schulbus-Test 2010 des ADAC erhielten die überprüften Fahrzeuge überwiegend gute und sehr gute Noten. Bei lediglich 4 von 35 bewerteten Fahrtstrecken gab es in der Kategorie „Fahrzeug“ ein „ausreichend“. Bemängelt wurden fehlende Nothämmer und Haltegriffe, ungesicherte Mülleimer als Stolperfallen im Türbereich, für Kinder zu hoch angebrachte Stopptasten, beschädigte Sitze, scharfe Kanten im Innenraum sowie fehlende Angaben der Endhaltestelle auf den Hinweisschildern an der Front des Busses. Auch das vorgeschriebene Kapazitätsschild mit der Anzahl der Steh- und Sitzplätze war bei jedem vierten Bus nicht vorhanden. Erheblich mehr Kritik gab es am Verhalten der Fahrer: Teilweise hohes Überschreiten der Höchstgeschwindigkeiten war an der Tagesordnung. Auch der Zustand der Haltestellen wurde im Test bemängelt.

Empfohlene Literatur:

Anforderungskatalog für Kraftomnibusse (KOM) und Kleinbusse (Pkw), die zur Beförderung von Schülern und Kindergartenkindern besonders eingesetzt werden. Merkblatt für die Schulung von Fahrzeugführern, veröff. im Verkehrsblatt Heft 15 2005
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GDV/Unfallforschung der Versicherer: Planerheft Schulwegsicherung, aktualisierte und ergänzte Auflage 2010
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