Sichere Haltestellen

Lage und Ausgestaltung der Haltestellen entscheiden mit darüber, ob der Weg zur Haltestelle, das Warten und das Ein- und Aussteigen sicher bewerkstelligt werden können. Aus diesem Grund sollten Bemühungen um mehr Sicherheit im Schülerverkehr immer auch die Haltestellen mit einbeziehen. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat in dem Planerheft „Schulwegsicherung“ Empfehlungen für die Anlage von sicheren Schulbushaltestellen zusammengestellt (s. Literaturhinweis am Ende des Textes).

Lage

Schulbushaltestellen sollen in wenig befahrenen Straßen bzw. abseits von Straßen liegen. Auf dem Weg von und zur Haltestelle sollen die Kinder keine stark befahrene Verkehrsstraße überqueren müssen. Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, muss die Überquerungsstelle gesichert werden. Die Haltestellen sollen so liegen, dass die Kinder automatisch zu einer sicheren Überquerungsstelle geführt werden. Der übrige Fahrzeugverkehr muss gute Sicht auf die Haltestellen und die Warteflächen haben. Schulbusse sollten deshalb möglichst an regulären Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel halten, da diese zumeist den wichtigsten Sicherheitsanforderungen genügen.

Kennzeichnung / Ankündigung

Werden Haltestellen ausschließlich von Schulbussen angefahren, soll das Haltestellenschild durch ein entsprechendes Zusatzschild (Schulbus werktags von … bis… Uhr, s. Abbildung) gekennzeichnet sein. Eine besondere Ankündigung der Schulbus-Haltestelle kann sinnvoll sein,
• wenn sie so angelegt werden muss, dass sie nicht rechtzeitig wahrgenommen werden kann,
• wenn sie an einer Stelle liegt, an der die Schüler die Straße ungesichert überqueren müssen,
• wenn die Kinder wegen nicht ausreichender Wartefläche hin und wieder auf die Fahrbahn treten.

Ausstattung

Man unterscheidet Haltestellen am Fahrbahnrand, Haltestellenkaps und Haltestellenbuchten. Welcher Haltestellentyp am besten geeignet ist, hängt von den Umgebungsbedingungen (Fahrbahnbreite, gefahrene Geschwindigkeiten usw.) ab.

Haltestellen am Fahrbahnrand können zügig und sicher parallel angefahren werden. Eine deutliche Markierung des Haltestellenbereichs unterstreicht das an Haltestellen geltende Parkverbot.

Ein Haltestellenkap soll dort gebaut werden, wo die Richtungsfahrbahn so breit ist, dass neben ihr am Rand geparkt werden kann. Das hervorspringende Kap sichert die Kinder bei sich näherndem oder haltendem Bus. Außerdem ist die Haltestelle so besser erkennbar und die Warteflächen sind größer.

Haltestellenbuchten sollen bevorzugt an Hauptverkehrsstraßen angelegt werden. Sie lassen den Verkehr freier fließen. Sie benötigen eine Länge von 90 m, damit der Bus beim Ankommen nicht über die Gehweg- bzw. Wartefläche schwenken muss.

Eine Ausstattung der Haltestellen mit Schutzdächern oder Wartehäuschen soll sich nach dem Haltestellentyp und ihrer Bedeutung für den Schulbusverkehr richten. So genannte Drängelgitter sollen verhindern, dass wartende Kinder auf die Fahrbahn laufen und ein geregeltes Ein- und Aussteigen ermöglichen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Drängelgitter ohne eine entsprechende Aufsicht durch Lehrkräfte oder Eltern eher nachteilig sind, weil Kinder sie gerne als „Turngeräte“ nutzen.

Empfohlene Literatur:

GDV/Unfallforschung der Versicherer: Planerheft Schulwegsicherung, aktualisierte und ergänzte Auflage 2010
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